Montag ist der neue Sonntag
10. Oktober 2016

Falls irgend­jemand Zweifel am Fleiß der Franzosen hat: Wer an einem Montag­morgen um 5 Uhr bei Pisswetter vom schrillen Piepen eines Müllab­fuhr­wagens an einem gottver­las­senem Leuchtturm geweckt wird, hat da keine Fragen mehr…

Vom gestrigen sonnigen Wetter ist heute morgen nämlich so ungefähr gar nichts übrig geblieben. Der graue Himmel geht nahtlos in das verregnete Meer über. Trotzdem aber irgendwie gemütlich, sich das aus dem Fenster bei einem Frühstück im geheizten MoMo anzugucken.

Bei Regen­wetter, so der Plan von gestern, machen wir den letzten großen Fahrtag in die Bretagne. Und so wird’s gemacht!

Bei unwirk­lichem Licht zwischen Sonne, Grau und Regen fahren wir Richtung Le Havre. Unser Tank möchte auch mal wieder gefüllt werden. Aber als wir an der Super­markt-Tanke die Höhen­be­grenzung auf 3,15m sehen, denken wir schau­dernd an die ultra­knappe Durch­fahrt an der Tanke in Schweden im vergan­genen Sommer — und die hatte 3,20m angegeben.…! Also beißen wir in den sauren Apfel und tanken an der nächsten Total-Tankstelle — für 10ct/l mehr…

Trotzdem ist es ein gutes Gefühl, frisch betankt über die Pont Du Normandie zu fahren. Zunächst waren wir ja etwas enttäuscht von dieser großen Brücke — bis wir gemerkt haben, dass es nur eine “Vor“brücke war und die wirklich imposante Brücke dahinter noch im Dunst lag! Dolles Bauwerk!

Auf der weiteren Strecke genieße ich dann das Fahren auf einer Autobahn. Wirklich schön, einfach mal wieder entspannt bei gutem Tempo auf guten Straßen voran zu kommen. Und die wirklich zivile Maut absolut wert.

Den Mont St. Michel sehen wir in der Ferne locken, können aber gut darauf verzichten, dort hin zu fahren. Unser Ziel ist Dol de Bretagne. Ein Städtchen im breto­ni­schen Inland aus dem die schot­ti­schen Könige aus dem Hause Stewart stammen. Kann man sich ja mal ansehen.

Und der Ort und die Bretagne empfangen uns mit strah­lendem Sonnen­schein. Fein. Dol hat dann auch eine sehr schöne Haupt­ein­kaufs­straße. Mit farben­frohen Fassaden. Aber ohne Einkauf. Denn Montag ist in Dol der neue Sonntag. Oder so. Nur die wenigsten Geschäfte haben auf (unter ihnen aber ein Friseur…) und entspre­chend leer sind die Straßen. Immerhin ein Brot von der einzigen offenen Boulan­gerie und ein süßes Katzen­ba­byfoto sind aber für uns drin.

Wir beschließen erst mal einen Grund­einkauf im SuperU zu machen und den Tank des MoMos erneut zu füllen, da ich in Le Havre nur eine Sparmenge getankt hatte. Beides klappt diesmal problemlos und wir können weiter Richtung Küste fahren. Die Gegend nördlich von Cancale, die Smaragd­küste, hört sich nach einer guten Idee an. Ist sie auch.

Wir fahren die Strecke heute schon mal mit dem MoMo ab, die wir morgen vielleicht mit dem Fahrrad und zu Fuß erkunden wollen. In Rotheneuf, einem Vorort von Saint Malo, finden wir am Plage de la Varde einen Platz an einer Sandbucht, die von den charak­te­ris­ti­schen schwarzen Felsen und etwas Düne einge­rahmt wird. So lässt es sich aushalten!

Zur Feier unserer Ankunft in der Bretagne zaubert Annette noch ein Garne­len­pfännchen mit Dillreis — schade, dass sich der leckere Duft weder mit Bildern noch mit Wörtern trans­por­tieren lässt…

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