Wettentspannen

Pünktlich zum Sonnenaufgang werden wir wach. Aber wir sind doch etwas erstaunt, dass die Uhr schon 8.20 Uhr anzeigt. Klappt gut mit dem entspannen!

Unsere Fahrt Richtung Westen geht gemächlich weiter. Denn nach einer Stunde lädt uns das schnuckelige Örtchen Veules-les-Roses zu einem Zwischenstopp ein. Annette hat nämlich herausgefunden, dass dort der kürzeste Fluss Frankreichs zu finden ist. Knapp über 1000m ist aber auch wirklich kurz! Aber zunächst führen wir mal wieder das Bauernstück “Wir fahren mit dem MoMo in eine hutzelige Altstadt und wundern uns, dass wir kaum durchkommen” auf. Das Navi führt uns brav bis zu einer Straße, die nur für Anwohner freigegeben und dazu noch reichlich eng ist. Das wollen wir lieber mal nicht ausprobieren… Das Dumme ist nur: Auch die Alternativstrecke aus der Stadt wieder heraus ist mehr als reichlich eng. Wir trauen uns todesmutig und passen so gerade durch – ein etwas größeres Schlachtschiff als das MoMo kapituliert an dieser Stelle, wie wir später bei unserem Spaziergang durch den Ort feststellen. Denn auf einer deutlich angenehmeren Umgehung finden wir dann doch noch den sehr großen Grasparkplatz oberhalb der Klippen und machen uns auf den Weg.

Veules ist wirklich ein sehr pittoreskes Örtchen mit vielen schönen alten Gebäuden und einem nett angelegten Weg der einen vom Strand zur Quelle des Flüsschens und wieder zurück führt. Machen wir natürlich und legen einen Fotostop nach dem anderen ein. Alles sehr fotogen hier!

Nach einem Minieinkauf beim Bäcker und im lokalen Tante-Emma-Laden kehren wir zurück zum MoMo und genießen die Nuss-Karamell-Tartelets und freuen uns schon mal auf den Cidre am Abend vor, der natürlich erst mal in den Kühlschrank wandert.

Unser nächstes Ziel Etretat streifen wir zunächst und fahren dran vorbei zum Leuchtturm am Cap Antifer etwas südlich. Das Cap hatte ich mir etwas touristischer und besser erschlossen vorgestellt. Stattdessen scheint hier alles verriegelt und verrammelt zu sein und auch der Schotterparkplatz wirkt etwas verwahrlost. Auch die Wanderwege, die hier losgehen sollen, existieren nicht mehr. Stattdessen ist rund um den Leuchtturm alles mit Stacheldraht gesichert, damit niemand auf den Gedanken kommt, doch den Weg um den Leuchtturm Richtung Etretat zu nehmen.

Da es durch unseren Abstecher zuvor schon früher Nachmittag ist, beschließen wir, nicht mehr den kompletten Weg nach Etretat zu machen, sondern einfach so weit Richtung Norden entlang der Klippen zu laufen, dass wir noch im Hellen wieder zurück sein werden. Und was für eine gute Entscheidung das ist!

Schon nach kurzer Zeit kommen wir an einen extrem steilen Strandabgang über gefühlte 1000 Treppenstufen. Hätten wir uns mit Zeitdruck wahrscheinlich gespart. Aber jetzt machen wir einfach mal den Abstecher hinunter zum Kiesstrand. Und bis auf ein paar Angler haben wir diesen Abschnitt unter den mächtigen Klippen für uns alleine.

An der Stelle, wo reichlich Felsbrocken vom letzten größeren Abbruch liegen, lassen wir uns nieder und genießen den Ausblick, das Spielen mit den unfassbar glatten Steinen und die Sonne. Und Mia genießt das Stöbern nach irgendetwas undefinierbaren, was sie unter den Kieseln erstöbert. Muss aber lecker sein…

Nachdem wir die Stufen schließlich wieder hinauf gekeucht sind (sagte ich, dass sie steil sind?) geht es direkt munter weiter hinauf durch engste Brombeerheckenpfade. Aber auch hier lohnt sich die Anstrengung: Der Ausblick auf den nächsten Strandabschnitt ist wieder mal grandios. Auch hier bleiben wir einfach etwas länger sitzen und genießen die prächtige Aussicht auf weiße Klippen mit Kieselstrand.

Den Rückweg treten wir schließlich durchs Hinterland an und sind uns bei der Punktlandung zum Sonnenuntergang am Leuchtturm einig: So schnell sind wir bisher noch nie in den entspannten Urlaubsrhythmus gekommen!

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