Bitte ein Bud
24. Juli 2016

Auch morgens ist die Aussicht noch so spekta­kulär wie am Vortag. Annette fotogra­fiert die Morgen­stimmung um halb fünf, lässt mich aber netter- (oder gemeiner-?)weise schlafen, da mir gestern nach den breto­ni­schen Dosen­fisch­suppen wieder etwas (sehr) übel war. Der geneigte Leser erinnert sich vielleicht an das Austern­de­bakel vom Herbst…

Aber auch beim Frühstück mit weit geöff­netem Fenster genießen wir die Aussicht und die Stille hier oben. Nur sehr spora­disch kommt der eine oder andere Jogger(!) vorbei. Für die Norweger scheint es anscheinend Volks­sport zu sein, zum Spaß auf steile Berge hinauf zu rennen. Und die mit Headset telefo­nie­rende, athle­tische Joggerin könnte glatt aus einer Apple-Werbng entsprungen sein…

Im Wander­führer gibt es eine Rundwan­derung zur Skihytta und einem weiteren Aussichts­punkt, die wir heute in Angriff nehmen. Der Weg ist etwas sehr sparta­nisch und teilweise einfach falsch beschildert, so dass wir noch mal per Kartenapp nachvoll­ziehen, wo wir gerade sind und wo der Weg verlaufen sollte. Ansonsten hätten wir uns wohl ziemlich verlaufen…

Da ich mich nicht so 100%ig fit fühle, plädiere ich an der Skihytta für eine Verkürzung der Tour. Lediglich zum Fræna­varden, dem Berg von dem man auf die “andere Seite” gucken kann, möchte ich noch hinauf. Und dann zurück. Und so machen wir es.

Der Anstieg ist nicht sonderlich schwer, führt malerisch zwischen zwei Seen hindurch und wir entdecken sogar unsere ersten Molte­beeren. Aber da diese noch ein paar Tage Reife brauchen, lassen wir sie schweren Herzens ungepflückt. Besonders gut gefällt uns das Wollgras, das hier oben reichlich wächst. Und es ist tatsächlich so weich wie es aussieht.

Der Aufstieg ist dann etwas beschwer­licher als gedacht, weil man jeden Schritt bedacht setzen muss, wenn man nicht in die moorige Mocke treten will, die hier oben auch kurz vor dem Gipfel noch anzutreffen ist.

Der Blick vom Gipfel ist dann aber wirklich ein feines 360°-Panorama. Hat sich gelohnt! Jetzt nur noch der Abstieg und dann ausruhen. Aber dieser hat es noch mal in sich. Denn wir beschließen, von der Skihytta nicht den gleichen Weg noch mal zu machen, sondern von dort zurück zur Fahrstraße und auf dieser zum MoMo zurück­zu­kehren. Warum wir uns nicht daran erinnert haben, dass es auf der Straße dann 1,7km steil bergauf ging, weiß ich auch nicht… An dieser Stelle wäre es vielleicht noch angebracht, zu erklären, dass heute der heißeste Tag des Urlaubs ist. Entspre­chend nassge­schwitzt und fertig kommen wir am MoMo an.

Nach einem Erholungs­päu­schen ist der weitere Weg klar. Richtung Atlan­ter­havs­vegen. Aber wir machen es ganz gemütlich, nehmen nicht die direkte Route, sondern folgen der Küsten­strasse. Und die führt uns nach Bud, dass wir uns mehr nach Gefühl als Zielstadt ausge­sucht haben. Und wir werden hierfür vollstens belohnt. Es gibt nämlich einen ausge­wie­senen Stell­platz für Wohnmobile. Und der ist mitten im Zentrum. An einem kleinen Hafen. Und obwohl schon andere Womos da sind, kriegen wir einen Top-Deluxe-Platz am Wasser.

Da das Wetter immer noch bestens sommerlich ist, können wir sogar noch grillen. Wunderbar! Und nach einem kleinen Schauer brechen wir noch zu einem tollen Abend­spa­ziergang zur Küste auf.

Auf dem Hügel, wo ein altes Wehrmachtsfort steht, können wir einen tollen Blick auf die Insel­land­schaft im unter­ge­henden Sonnen­licht werfen. So schön! Und auf dem Kyststi, dem Küstenweg, können wir sogar noch näher in diese Landschaft gehen und sehen der Sonne beim Unter­gehen und dem Himmel beim Erröten zu.

This Bud’s for me!

Vassen­den­index

Sommer­wetter: 9

Pisswetter: 2

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