Plage et la mer
15. Oktober 2015

Die anste­hende lange Rückfahrt dämpft unsere Abenteu­erlust doch sehr. So verlo­ckend wie all die Orte in Finistere klingen, Camaret-sur-Mer!, Lampaul-Plouarzel!, Pougastel!, so sehr brauchen wir jetzt mal Zeit, um Meer und Strand zu genießen. Klar ist uns schon jetzt, dass wir baldmög­lichst wieder­kommen werden, also warum weiter hetzen?

Der morgend­liche Ausblick aus dem Alkoven in Richtung Sonnen­aufgang deutet auf einen weiteren schönen Herbsttag hin.

Und als wir uns für einen vormit­täg­lichen Strand­spa­ziergang aufmachen, haben wir blauesten Himmel, fast komplette Windstille und ziemliche Ebbe.

Das gibt natürlich wieder viel zu fotogra­fieren her und den Vogel schießt Annette mit ihren tollen Detail­fotos ab. Die tanzenden Licht­re­flexe im Wasser geben auch schon ein fast psyche­de­li­sches Video her, dass ich aber diesmal dank SFR nicht hochladen kann. Wir sparen gerade Daten…

Nachdem wir uns ordentlich durch­ge­lüftet haben, müssen wir ein typisches Womo-Problem lösen: Wir müssen dringend Wasser fassen. Und wie es der Zufall will, soll einen Kilometer weiter ein anderer toller Stell­platz sein, der sogar gratis Wasser und Strom zur Verfügung stellt. Perfekt! Dumm nur, wenn man den Stell­platz zunächst übersieht und dann bei der Besich­tigung feststellt, dass man vielleicht in der Hochsaison bei der Surfschule Wasser tanken kann, aber das Aufdrehen des Wasser­hahns nur ein trauriges Tröpfchen laufen lässt.

Also konsul­tieren wir unsere Stell­platz­führer und stellen fest, dass man ein paar Kilometer weiter in Plœmeur einen Cityp­ark­platz mit allem Schnick und Schnack vorfindet. Nun, vorfinden soll. Denn von irgend­welchen Womo-Facilities ist nix zu sehen. Nachdem wir in der Bäckerei erst mal einen süßen Frustkauf für das spätere Kaffee­trinken getätigt haben, stellen wir auch beim Office du Tourisme fest, dass die Saison vorbei ist: zu! Immerhin gibt es aber einen Zettel mit Stell- und Versor­gungs­plätzen in der Nähe.

Und einen davon steuern wir an und werden auch fündig. Die Station hat zwar schon bessere Tage gesehen, aber wir können den Wassertank wieder füllen — Mission accom­plished!

Jetzt aber schnell wieder zurück zu Strand und Meer — wir haben schon Entzugs­er­schei­nungen! Und als wir an “unserem” Strand vorbei­fahren, beschließen wir kurzerhand, einfach wieder auf den Stell­platz zurück­zu­kehren. Denn bis auf den abend­lichen Fluglärm war es eigentlich ein wunder­barer Platz: strandnah und trotzdem tote Hose.

Wir belohnen uns für unsere gute Wahl mit den Leckerein aus der Bäckerei. Es ist übrigens wirklich frappierend, wie viele kunstvoll leckere Backwaren man aller­orten in den Bäcke­reien findet. Wir kommen jedesmal in regel­rechte Gewis­sens­kon­flikte, dass wir nicht einfach alles kaufen, geschweige denn essen können.

Am späten Nachmittag zieht es uns dann wieder an den Strand: Ganz abenteu­er­lustig gehen wir einfach mal rechtsrum in Richtung des Flop-Stell­platzes von heute morgen.

Und wir stellen fest, dass auch der Strand dort sehr schön zum Wellen­gucken, Licht­spiel­be­wundern und Seele­baumeln geeignet ist.

Den Rückweg zum MoMo bahnen wir uns dann über Trampel­pfade landein­wärts durch eine hügelige Heide­land­schaft. Ein bisschen mulmig ist uns schon, da wir dort heute morgen zwei Franzosen bei der Was-auch-immer-Jagd mit ihren Luftge­wehren(?) gesehen und gehört haben und auch jetzt wieder Stimmen und Hunde­gebell irgendwo aus der Heide zu uns dringen. Und Annette singt, um auf uns aufmerksam zu machen “Trara, es tönt wie Jagdgesang” — nicht beruhigend!

Trotzdem kommen wir unver­sehrt am Wohnmobil an und genießen den abend­lichen Blick aus dem Fenster. Noch einmal schlafen und dann heißt es: Bretagne, adieu!

2 Kommentare

  1. Hallo wir waren erst im September dort, ist wirklich ne tolle Gegend, habe euren Urlaub verfolgt, wünsche euch gute Heimreise.
    Gruß Michael

    Antworten
    • Danke­schön! Wir werden sicher wieder­kommen, das steht jetzt schon fest. ?

      Antworten

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