Von Finger zu Finger
14. Juli 2015

Wir wachen wieder mal unter bewölktem Himmel auf. Das hatten wir jedoch jetzt schon häufiger und, anders als Zuhause, heißt das noch gar nichts. Und so ist es auch heute.

Als wir nämlich in Skärhamn ankommen, hat sich die Sonne schon weitest­gehend durch­ge­setzt. Skärhamn liegt nur ein paar Kilometer weit nördlich, hat aber zwei Dinge, die uns anziehen: Zum einen einen Systembo­laget, in dem wir unsere Öl-Vorräte auffüllen können (der Schwe­den­kenner weiß natürlich, dass wir Bier kaufen wollen). Zum anderen das Nordisk Akvarel­museum, welches auf jedem größeren Straßen­schild angepriesen wird. Wir parken also das MoMo in der Nähe des Turistbyrå und machen uns auf den Weg zum Museum. Denn Parkplätze erwarten wir am Ende einer Straße nach unserem gestrigen Ausflug nach Klädes­holmen eher nicht. Und wundern uns, wie viele freie Parkplätze es da am Hafen gibt.

Das Museum hat eine kleine, aber feine Ausstellung. Die doch sehr überschaubare Größe wäre ja nicht weiter schlimm, wenn man nicht bei dem doch recht großen Gebäude dann doch etwas mehr erwartet hätte. Gefallen hat es uns aber trotzdem. Außerdem haben wir jetzt eine Jahres­karte…

Aber als wir zurück zum MoMo gehen, um Mia für die Stadt­be­sich­tigung abzuholen, sind wir dann doch überrascht, wie voll es geworden ist. Von all den freien Parkplätzen ist keiner mehr frei und herrscht lebhaftes Treiben. Uns ist es recht, denn wir sind ja zu Fuß unterwegs und das MoMo ist gut geparkt.

Skärhamn kriegt von uns übrigens den Preis für die mit Abstand am fröhlichsten stimmende Kirche der Welt. Wer auch immer die Idee mit den Schläuchen für das Smilie-Gesicht hat: Genial!

Der Ort selbst überrascht uns positiv. Während er im Reise­führer noch als nicht weiter lohnend beschrieben wird, finden wir, dass sich ein Bummel durch den Ort durchaus lohnt. Denn auch hier gibt es einen netten Mix aus urigen Gässchen und Häusern, die in die Schären eingebaut sind.

Unser heutiges Ziel ist es, einfach einen netten Platz in den Schären zu finden und uns einen gemüt­lichen Nachmittag zu machen. Was nicht ganz so einfach wird, wie wir feststellen. Denn Plätze, die im Führer angepriesen sind, zieren mittler­weile Womo-Verbots­schilder, gefallen uns dann doch nicht so gut oder wir finden Plätze, die aber eben nur okay sind und wo man sich auch keine Stühle rausstellen könnte. Also fahren wir immer weiter von Schären­finger zu Schären­finger und beschließen nach dem x‑tem geschei­terten Versuch, dann doch einfach einen Camping­platz aufzu­suchen. Die sind hier an der Küste zwar sportlich teuer, aber das ist uns für heute einfach mal egal. Annette hat einen in Stocken ausfindig gemacht, der sich ganz gut anhört. Und tatsächlich gibt es  für uns, da wir auf Strom verzichten können, die nahezu freie Auswahl auf einer Wiese ohne Strom­an­schlüsse. Fein! Dumm nur, dass das Einchecken nach der Stell­platz­suche dann fast eine halbe Stunde dauert, weil am späten Nachmittag natürlich viele Neuan­kömm­linge kommen.

Abends kommen wir dazu, endlich einmal zu grillen. Hurra! Die schwe­di­schen Würstchen schmecken zunächst eher so lala, aber da wir verschiedene Sorten gekauft haben, steigern wir uns dann auf ein “lekker”  zum Schluss.

Abends können wir, da Annettes Fuß immer besser belastbar ist, sogar die Räder mal nutzen und fahren noch zum Camping­platz­ei­genen Sandstrand in den Schären. Wir haben zur späteren Stunde den Platz nahezu alleine für uns und genießen den wirklich fabel­haften Ausblick auf die Schären. Einfach herrlich!

Nachdem wir uns an den Schären halbwegs satt geguckt haben, fahren wir noch “einen Finger weiter” ins Dorf Stocken. Dort stellen wir die Räder ab und kommen uns fast schon verboten vor, als wir auf einem Pfädchen zwischen den Häusern hindurch zur Anhöhe gehen, um dort von einem Logen­platz den Sonnen­un­tergang hinter der gegenüber liegenden Insel zu beobachten. Auch hier gehört uns die Szenerie quasi alleine. Ein ausge­sprochen schöner Abend!

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