Ein Kaka-Tag
8. Juli 2015

Heute ist also der Tag, der laut Wetter­be­richt Dauer­regen und niedrige Tempe­ra­turen bringen soll. Und so sah das ganze dann heute morgen aus.

Wir freuen uns über diese gründlich daneben gegangene Vorhersage und machen noch einmal einen Kletter­ausflug in die Schären. Denn wenn man bis ganz vorne an die Spitze will, muss man sich schon einen Weg durch Steine, Sträucher und leicht modderige Stellen suchen. Es geht ständig auf und ab und als wir die höchste Stelle recht weit am Ende des Schären­fingers erreicht haben, genießen wir die wunderbare Aussicht, den Sonne­schein und die leichte Brise. Herrlich!

Auf dem Rückweg passiert Annette dann ein Missge­schick. Kurz nicht konzen­triert auf dem unebenen Unter­grund knickt sie mit dem Knöchel um. Aua! Es tut so weh, dass sie erst mal Sternchen sieht und uns beiden gehen schon wüste Gedanken durch den Kopf, wie man aus diesem Kletter­la­by­rinth mit einem kaputten Knöchel wohl wieder heraus­kommen kann. Nachdem sich der erste Schmerz etwas gelegt hat, schafft es Annette aber tapfer irgendwie bis zum Strand, wo sie den Fuß erst mal im kalten Meerwasser kühlt. Das tut gut! Und im MoMo versorgen wir sie dann noch mit Arnika­salbe und Kühlpack und hoffen darauf, dass es bald wieder besser geht.

Unser nächstes Ziel ist nämlich der Tipp von Harvey. Bei unserem Gespräch sprachen wir über die hohen Kosten für manche Dinge in Schweden und er meinte, dass z.B. Essen­gehen in Schweden abends gar nicht ginge. Aber für Mittags hätte er einen guten Tipp für uns: Im Restaurant Storgatan 1 könne man für 110 Kronen (12€)ein Mittags­buffet mit allem Zipp und Zapp kriegen. Und das Restaurant wäre auch wirklich gut. Also auf nach Kungs­backa!

In Kungs­backa finden wir einen riesigen Parkplatz direkt am Stadt­zentrum. Die Parkgebühr ist mit 4 Kronen (50cent) für 2 Stunden mehr als überschaubar. Also mal eben ein Ticket gezogen, den Hund im MoMo gelassen (angeblich ist man in Restau­rants sehr pingelig und lässt keine Hunde rein), auf dem Schlüssel die Zentral­ver­rie­gelung betätigt und… nix! Kein Plöppen, statt­dessen ein hektisch blinkender Blinker. Hä? Noch mal auf, noch mal zu: Gleiches Spiel. Was ist denn da los? Und zu meiner Überra­schung stelle ich fest, dass man die Beifah­rertür mit dem konven­tio­nellen Schlüssel überhaupt nicht verschliessen kann und es auch von innen keine Möglichkeit gibt, die Tür zu verschliessen. Wer denkt sich denn bitte­schön so einen Mist aus? Wir sehen schon unser schönes Mittag­essen gegen einen Besuch in der Fiat-Werkstatt flöten gehen, als Annette die rettende Idee hat. Sie porkelt mit den Fingern am Schließ­me­cha­nismus rum und tatsächlich war er wohl nur verhakt. Jetzt geht wieder alles wie es soll. Puh!

Dafür ist bei der Aktion unser Parkschein in den Schlitz zwischen Windschutz­scheibe und Armatu­ren­brett geflutscht und wir kriegen ihn nicht mehr raus. Also noch einen Parkschein ziehen…

Annette humpelt mehr schlecht als recht in die Stadt und wir sind froh, dass es nicht all zu weit bis zum Restaurant ist. Und tatsächlich erweist sich Harveys Tipp als sehr brauchbar. Und weil das Wetter immer noch sonnig ist, können wir sogar auf der Außen­ter­rasse sitzen.

Wir sind dann vor allem von den Vorspeisen hellauf begeistert: Köstliche Fisch­suppe, selbst gebackenes Kürbis­kernbrot mit Oliven­paste und ein leckeres Salat­buffet. Da hätte man sich alleine dran satt essen können. Denn die Haupt­speisen (gekochter Fisch und dicke Schnitzel) waren nur okay, nicht mehr. Dafür noch zum Nachtisch Kaffe und Kaka. Die Kaka entpuppen sich als würzige (Annette findet: verbrannte) Ingwer­kekse. Ich finde sie läkker!

Wir wollen weiter durch die Schären hoppen und haben uns gegen einen Tag in Göteborg entschieden. Wäre mit Annettes Klumpfuß eh keine Option mehr gewesen. Und da sich das Wetter minütlich verschlechtert, sind wir da auch gar nicht traurig drum. Unser Ziel sind die Schären­inseln vor Göteborg. Alleine schon wegen der tollen Namen muss man da doch einfach gewesen sein: Fotö, Hönö, Öckerö, Hälsö, Rörö, Källö-Knippla und (mein persön­licher Favorit) Hyppeln. Das tolle an diesen Inseln: Die Fähren dorthin gelten als Teil des öffent­lichen Straßen­netzes und kosten genau 0 Euro. Einfach drauf­fahren, übersetzen und weiter­fahren. So simpel!

Wir entscheiden uns für den Hafen­stell­platz in Öckerö, der sehr großzügige Stell­plätze bietet und bei weitem nicht überfüllt ist. So können wir uns einen Stell­platz quasi aus der freien Auswahl suchen (aber das kennen und können wir jetzt ja). Naja, einmal muss ich dann doch noch den Platz wechseln, weil unser Strom­kabel einfach nicht lang genug bis zur nächsten Strom­säule ist. Eine große Überra­schung sind noch die WCs und Duschen. Alles flammneu und vor allem in den Duschen richtig viel Platz. Luxus!

Den Rest des Tages verbringen wir dann notge­drungen im MoMo, weil zum einen Annettes Fuß keine großen Wege zulässt und zum anderen die immer wieder einset­zenden unwet­ter­artig heftigen Regen­schauer es auch nicht wirklich attraktiv machen, sich weiter als nötig vom MoMo zu entfernen. Aber unser Motto ist ja eh entschleu­nigen…

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