Ein Kaka-Tag

Heute ist also der Tag, der laut Wetterbericht Dauerregen und niedrige Temperaturen bringen soll. Und so sah das ganze dann heute morgen aus.

Wir freuen uns über diese gründlich daneben gegangene Vorhersage und machen noch einmal einen Kletterausflug in die Schären. Denn wenn man bis ganz vorne an die Spitze will, muss man sich schon einen Weg durch Steine, Sträucher und leicht modderige Stellen suchen. Es geht ständig auf und ab und als wir die höchste Stelle recht weit am Ende des Schärenfingers erreicht haben, genießen wir die wunderbare Aussicht, den Sonneschein und die leichte Brise. Herrlich!

Auf dem Rückweg passiert Annette dann ein Missgeschick. Kurz nicht konzentriert auf dem unebenen Untergrund knickt sie mit dem Knöchel um. Aua! Es tut so weh, dass sie erst mal Sternchen sieht und uns beiden gehen schon wüste Gedanken durch den Kopf, wie man aus diesem Kletterlabyrinth mit einem kaputten Knöchel wohl wieder herauskommen kann. Nachdem sich der erste Schmerz etwas gelegt hat, schafft es Annette aber tapfer irgendwie bis zum Strand, wo sie den Fuß erst mal im kalten Meerwasser kühlt. Das tut gut! Und im MoMo versorgen wir sie dann noch mit Arnikasalbe und Kühlpack und hoffen darauf, dass es bald wieder besser geht.

Unser nächstes Ziel ist nämlich der Tipp von Harvey. Bei unserem Gespräch sprachen wir über die hohen Kosten für manche Dinge in Schweden und er meinte, dass z.B. Essengehen in Schweden abends gar nicht ginge. Aber für Mittags hätte er einen guten Tipp für uns: Im Restaurant Storgatan 1 könne man für 110 Kronen (12€)ein Mittagsbuffet mit allem Zipp und Zapp kriegen. Und das Restaurant wäre auch wirklich gut. Also auf nach Kungsbacka!

In Kungsbacka finden wir einen riesigen Parkplatz direkt am Stadtzentrum. Die Parkgebühr ist mit 4 Kronen (50cent) für 2 Stunden mehr als überschaubar. Also mal eben ein Ticket gezogen, den Hund im MoMo gelassen (angeblich ist man in Restaurants sehr pingelig und lässt keine Hunde rein), auf dem Schlüssel die Zentralverriegelung betätigt und… nix! Kein Plöppen, stattdessen ein hektisch blinkender Blinker. Hä? Noch mal auf, noch mal zu: Gleiches Spiel. Was ist denn da los? Und zu meiner Überraschung stelle ich fest, dass man die Beifahrertür mit dem konventionellen Schlüssel überhaupt nicht verschliessen kann und es auch von innen keine Möglichkeit gibt, die Tür zu verschliessen. Wer denkt sich denn bitteschön so einen Mist aus? Wir sehen schon unser schönes Mittagessen gegen einen Besuch in der Fiat-Werkstatt flöten gehen, als Annette die rettende Idee hat. Sie porkelt mit den Fingern am Schließmechanismus rum und tatsächlich war er wohl nur verhakt. Jetzt geht wieder alles wie es soll. Puh!

Dafür ist bei der Aktion unser Parkschein in den Schlitz zwischen Windschutzscheibe und Armaturenbrett geflutscht und wir kriegen ihn nicht mehr raus. Also noch einen Parkschein ziehen…

Annette humpelt mehr schlecht als recht in die Stadt und wir sind froh, dass es nicht all zu weit bis zum Restaurant ist. Und tatsächlich erweist sich Harveys Tipp als sehr brauchbar. Und weil das Wetter immer noch sonnig ist, können wir sogar auf der Außenterrasse sitzen.

Wir sind dann vor allem von den Vorspeisen hellauf begeistert: Köstliche Fischsuppe, selbst gebackenes Kürbiskernbrot mit Olivenpaste und ein leckeres Salatbuffet. Da hätte man sich alleine dran satt essen können. Denn die Hauptspeisen (gekochter Fisch und dicke Schnitzel) waren nur okay, nicht mehr. Dafür noch zum Nachtisch Kaffe und Kaka. Die Kaka entpuppen sich als würzige (Annette findet: verbrannte) Ingwerkekse. Ich finde sie läkker!

Wir wollen weiter durch die Schären hoppen und haben uns gegen einen Tag in Göteborg entschieden. Wäre mit Annettes Klumpfuß eh keine Option mehr gewesen. Und da sich das Wetter minütlich verschlechtert, sind wir da auch gar nicht traurig drum. Unser Ziel sind die Schäreninseln vor Göteborg. Alleine schon wegen der tollen Namen muss man da doch einfach gewesen sein: Fotö, Hönö, Öckerö, Hälsö, Rörö, Källö-Knippla und (mein persönlicher Favorit) Hyppeln. Das tolle an diesen Inseln: Die Fähren dorthin gelten als Teil des öffentlichen Straßennetzes und kosten genau 0 Euro. Einfach drauffahren, übersetzen und weiterfahren. So simpel!

Wir entscheiden uns für den Hafenstellplatz in Öckerö, der sehr großzügige Stellplätze bietet und bei weitem nicht überfüllt ist. So können wir uns einen Stellplatz quasi aus der freien Auswahl suchen (aber das kennen und können wir jetzt ja). Naja, einmal muss ich dann doch noch den Platz wechseln, weil unser Stromkabel einfach nicht lang genug bis zur nächsten Stromsäule ist. Eine große Überraschung sind noch die WCs und Duschen. Alles flammneu und vor allem in den Duschen richtig viel Platz. Luxus!

Den Rest des Tages verbringen wir dann notgedrungen im MoMo, weil zum einen Annettes Fuß keine großen Wege zulässt und zum anderen die immer wieder einsetzenden unwetterartig heftigen Regenschauer es auch nicht wirklich attraktiv machen, sich weiter als nötig vom MoMo zu entfernen. Aber unser Motto ist ja eh entschleunigen…

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