Stein-Schäre-Papier
7. Juli 2015

Gestern vor dem Einschlafen dachte ich noch darüber nach, wie gut ich wohl schlafen würde, wenn der Wind das MoMo beständig durch­schaukelt. Heute morgen kann ich sagen: Sensa­tionell! Ich habe so gut geschlafen wie ein kleines Kind, dessen Wiege die ganze Nacht durch gleich­mäßig hin und her bewegt wird. Gut, es kann auch sein, dass die Strahlen des größten Atomkraft­werks in Schweden, was direkt nebenan in Sicht­weite liegt, mich verstrahlt haben… Gut, dass ich das erst nachträglich gelesen habe!

Nach einem entspannten Morgen brechen wir Richtung Norden auf. Die Schären­küste südlich von Göteborg soll es heute sein. Und eine gründ­liche Schei­ben­rei­nigung. Denn durch den Wind und leichten Regen ist die Windschutz­scheibe teilweise mit einer nicht ganz so schönen Matsche versaut, die auch mit Wisch­wasser nicht wegzu­kriegen ist. An einer Tanke neben der Autobahn suchen wir zunächst vergeblich nach einem Abzieher, bis Annette ihn dann versteckt in einem Glasschränkchen neben der Tanke entdeckt. Muss man auch erst mal drauf kommen!

Unser Weg führt uns heute nach Smarholmen. Eine kleine Ferienhaus(?)-Siedlung direkt am Meer mit einem kleinen Hafen und einer noch kleineren Badebucht. Aber dafür mit richtig großen Parkplätzen. Am ersten fahre ich todes­mutig gegen den Protest der besten Ehefrau von allen vorbei, weil die GPS-Koordi­naten aus dem Womo-Führer sagen, dass es noch 200 Meter weiter geht. Und tatsächlich fahren wir auf einen großen, so gut wie leeren Parkplatz unmit­telbar in den Schären. Wir stellen uns ganz ungeniert in die erste Reihe und können uns gar nicht beruhigen, dass wir so ein Glück haben. Bestimmt kommen die Massen gleich noch!

Unser Motto für die kommenden Tage soll Entschleu­nigung sein. Irgendwie haben wir immer noch nicht kapiert, dass von den 4 Wochen, die wir unterwegs sein wollen, noch nicht einmal ein Viertel vorbei ist. Also haben wir beschlossen, dass man bei der kommenden Schlecht­wet­ter­front ruhig auch mal einen Gammeltag machen kann. Hat uns ja auch in der Toskana schon ganz gut getan! Warum also nicht hier? Wir machen erst mal eine kleine Erkun­dungs­runde zur Schären­spitze und beschließen, dass es uns hier gefällt.

Für den Gammeltag müssten dann natürlich die Vorräte aufge­füllt werden. Also machen wir einen groben Einkaufs­zettel und fahren doch noch mal zurück zum 6km entfernten ICA, den wir auf der Strecke gesehen hatten. Was die leckere Präsen­tation von Waren angeht, könnte sich gerne jeder deutsche Super­markt mal etwas bei den Schweden abgucken! Besonders in der Obst/­Gemüse-Abteilung sieht es ausge­sprochen appetitlich aus. Und wir entdecken wieder viele (hoffentlich) leckere Schwei­ne­reien wie Läckerol, Schokolade mit Lakritz oder Zimtschnecken aus dem Backregal.

Als wir wieder zurück­kehren hat sich an der Parkplatz­front so ungefähr gar nichts getan. Also belegen wir wieder unseren Platz in der ersten Reihe und genießen den Ausblick bei Kaffee und Zimtschnecke. Mjam!

Es bleibt weiterhin leer auf dem Platz. Ein älterer Herr mit seinen beiden Cocker­spa­nieln kommt vorbei und man kommt über die Hunde ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass Harvey ein Ameri­kaner ist, den es nach seiner Militär­dienstzeit in Deutschland nach Schweden verschlagen hat. Und so unter­halten wir uns in einem amüsanten Gemisch aus Englisch und Deutsch auf beiden Seiten über dies und das. Vor allem aber gibt uns Harvey einen heißen Tipp für morgen — wir werden berichten! Und laut Harveys Aussage war der Parkplatz am heißen Wochenende wirklich gerammelt voll. Insofern können wir uns glücklich schätzen, dass wir heute so einen tollen Stell­platz fast für uns haben.

Der Rest des Tages wird dann lesend und spazierend verbracht. Auf einem Weg durch Schären und die nette Siedlung bestaunen wir die schönen Häuschen in den vielen bunten Farben.

Am späten Abend setzt dann der vorher­ge­sagte Regen tatsächlich ein. Es wird ungemütlich. Aber um so schöner, wenn man aus dem mucke­ligen MoMo nach draußen gucken kann!

1 Kommentar

  1. Ha en trevlig semester önskar dig Hans — Werner
    Skol och många lekkere kräftor

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