Abschied nehmen
9. April 2015

Heute ist unser letzter Tag am trasi­me­ni­schen See und es wird auch der letzte Tag Toskana werden. Heute steht Monte­pul­ciano auf dem Programm, damit Sofie ihre vor 2 Jahren aus dem Womo geklaute dort erstandene und viel beweinte Tasche ersetzen kann. Ach ja, und die Stadt soll ja auch ganz nett sein.

Schweren Herzens nehmen wir Abschied vom Camping­platz am See, denn nicht nur Lage und Duschen waren toll, sondern auch die Betreiber waren ausge­sprochen herzlich. Zumindest wird mir von Bruno vor allem das “perfettto” und “benissimo” in Erinnerung bleiben.

Auf der Fahrt nach Monte­pul­ciano geht es wieder über die berüch­tigten Landstraßen, die von der Erosion oder Frost oder beidem mal zur einen, mal zur anderen Seite extrem absinken. Wir haben einen Laster vor uns, der an diesen Stellen immer eine solche Schräglage einnimmt, dass man eigentlich immer damit rechnent, dass er gleich umkippt, obwohl der Fahrer ausge­sprochen vorsichtig fährt. Überholen scheint da nicht ratsam. Finde zumindest ich. Aber ein 8m langes vollin­te­griertes Womo rauscht auf einmal an uns vorbei und hat kein Problem, auch den LKW zu überholen — ein Glück, dass es in diesem Moment keine Fahrbahn­senke gibt, sonst wären die beiden garan­tiert anein­an­der­ge­stoßen. Puh!

In Monte­pul­ciano ist Markt, was bedeutet, dass der eigent­liche Womopark­platz gesperrt ist. Finden wir gut, weil direkt unterhalb der kostenlose Buspark­platz ist und wir unsere Markt­ein­käufe direkt in den MoMo-Kühlschrank verfrachten können.

Dann geht es auf Taschen­shop­pingtour für Sofie. Ich hatte ja in Erinnerung, dass es doch so einige Leder­wa­ren­ge­schäft in Monte­pul­ciano gab, aber das es SO viele sind, wusste ich auch nicht mehr! Und so gehen wir von Geschäft zu Geschäft, Sofie beäugt kritisch die Ware und macht sich im Geiste Notizen, wo es schöne Taschen gab. Wir finden auch das Geschäft wieder, wo Sofie vor 2 Jahren ihre erste Tasche bekommen hatte, aber das, was ihr vorschwebte, gab es nicht mehr. Zwar andere schöne Dinge, aber nichts, was sie spontan zum Kauf bewegen könnte. Also machen wir uns weiter auf den Weg und kriegen noch die Auskunft, dass ab 13.30 Uhr die Mittags­pause anfangen würde. Ui, das wird knapp! Aber wie es der Zufall will, zeigt mir Sofie auf dem Rückweg eine ebenfalls sehr schöne Tasche und während wir noch überlegen, kommt die Besit­zerin heraus und will abschließen. Siesta! Auf Sofies Schre­ckens­schrei hin fragt sie nach, ob wir noch etwas kaufen wollten. Also wird die Tasche noch einmal begut­achtet und für richtig und schön befunden. Glück­liches Kind!

Nachdem auch dieser Punkt auf der Wichtige-Dinge-die-unbedingt-noch-erledigt-werden-müssen-Liste abgehakt ist, kann es an die Fahrt in Richtung Heimat gehen. Auf der Autobahn lässt es sich bis auf die ekligen Berge auf der Strecke Florenz-Bologna hervor­ragend und super­ent­spannt fahren, aber es ist trotzdem schon so gut wie dunkel, als wir in Südtirol ankommen. Der Stell­platz am Restaurant Pfeffer­mühle ist eigentlich nichts weiter als der Parkplatz des Restau­rants, aber ein leckeres Abend­essen als Belohnung für den dann doch laangen Fahrtag ist uns gerade recht.

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