Abschied nehmen

Heute ist unser letzter Tag am trasimenischen See und es wird auch der letzte Tag Toskana werden. Heute steht Montepulciano auf dem Programm, damit Sofie ihre vor 2 Jahren aus dem Womo geklaute dort erstandene und viel beweinte Tasche ersetzen kann. Ach ja, und die Stadt soll ja auch ganz nett sein.

Schweren Herzens nehmen wir Abschied vom Campingplatz am See, denn nicht nur Lage und Duschen waren toll, sondern auch die Betreiber waren ausgesprochen herzlich. Zumindest wird mir von Bruno vor allem das „perfettto“ und „benissimo“ in Erinnerung bleiben.

Auf der Fahrt nach Montepulciano geht es wieder über die berüchtigten Landstraßen, die von der Erosion oder Frost oder beidem mal zur einen, mal zur anderen Seite extrem absinken. Wir haben einen Laster vor uns, der an diesen Stellen immer eine solche Schräglage einnimmt, dass man eigentlich immer damit rechnent, dass er gleich umkippt, obwohl der Fahrer ausgesprochen vorsichtig fährt. Überholen scheint da nicht ratsam. Finde zumindest ich. Aber ein 8m langes vollintegriertes Womo rauscht auf einmal an uns vorbei und hat kein Problem, auch den LKW zu überholen – ein Glück, dass es in diesem Moment keine Fahrbahnsenke gibt, sonst wären die beiden garantiert aneinandergestoßen. Puh!

In Montepulciano ist Markt, was bedeutet, dass der eigentliche Womoparkplatz gesperrt ist. Finden wir gut, weil direkt unterhalb der kostenlose Busparkplatz ist und wir unsere Markteinkäufe direkt in den MoMo-Kühlschrank verfrachten können.

Dann geht es auf Taschenshoppingtour für Sofie. Ich hatte ja in Erinnerung, dass es doch so einige Lederwarengeschäft in Montepulciano gab, aber das es SO viele sind, wusste ich auch nicht mehr! Und so gehen wir von Geschäft zu Geschäft, Sofie beäugt kritisch die Ware und macht sich im Geiste Notizen, wo es schöne Taschen gab. Wir finden auch das Geschäft wieder, wo Sofie vor 2 Jahren ihre erste Tasche bekommen hatte, aber das, was ihr vorschwebte, gab es nicht mehr. Zwar andere schöne Dinge, aber nichts, was sie spontan zum Kauf bewegen könnte. Also machen wir uns weiter auf den Weg und kriegen noch die Auskunft, dass ab 13.30 Uhr die Mittagspause anfangen würde. Ui, das wird knapp! Aber wie es der Zufall will, zeigt mir Sofie auf dem Rückweg eine ebenfalls sehr schöne Tasche und während wir noch überlegen, kommt die Besitzerin heraus und will abschließen. Siesta! Auf Sofies Schreckensschrei hin fragt sie nach, ob wir noch etwas kaufen wollten. Also wird die Tasche noch einmal begutachtet und für richtig und schön befunden. Glückliches Kind!

Nachdem auch dieser Punkt auf der Wichtige-Dinge-die-unbedingt-noch-erledigt-werden-müssen-Liste abgehakt ist, kann es an die Fahrt in Richtung Heimat gehen. Auf der Autobahn lässt es sich bis auf die ekligen Berge auf der Strecke Florenz-Bologna hervorragend und superentspannt fahren, aber es ist trotzdem schon so gut wie dunkel, als wir in Südtirol ankommen. Der Stellplatz am Restaurant Pfeffermühle ist eigentlich nichts weiter als der Parkplatz des Restaurants, aber ein leckeres Abendessen als Belohnung für den dann doch laangen Fahrtag ist uns gerade recht.

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