Siesta statt Siena
4. April 2015

Jetzt hat uns das Schicksal doch ereilt: Der Wetter­be­richt hat nicht gelogen und es ist tatsächlich der erste Tag, der uns nicht mit strah­lendem Sonnen­schein begrüßt, sondern wolken­ver­hangen ist. Es soll aber im Tages­verlauf dann auch richtig schütten. Wir schaffen es aber, trocken in den Tag zu starten und Dusche und Entsorgung noch zu erledigen, bevor der große Regen einsetzt.

Wir machen uns auf die Fahrt nach Sovicille, wo wir einen gut klingenden Camping­platz ausfindig gemacht haben, der die Bushal­te­stelle nach Siena quasi schon eingebaut hat. Es ist eine Fahrt durchs Hinterland und mir kommt der Gedanke, dass man hier wirklich am Arsch der Toskana ist, was den Betrieb angeht. Kein Auto hinter uns, kaum eines, was uns entgegen kommt. Aber selbst das ist noch ausge­sprochen hübsch und die Straße erinnert mich mit ihren Mäuerchen rechts und links der schmalen Straße an Irland. Vielleicht ist es aber auch nur der einset­zende Regen…

Der Camping­platz ist nicht gerade ausge­bucht, aber wenn man ein Kennzeichen sieht, ist es zu 80% ein deutsches. Und wie es der Zufall will, stehen wir wieder neben unseren Brötchen­nachbarn aus Sestri Levante, die wir zuvor schon in Lucca auf dem Anfiteatro wieder getroffen hatten. Die müssen echt denken, dass wir Stalker sind! Dass wir den Stell­platz schon ausge­sucht hatten, bevor wir die bekannten Nachbarn überhaupt entdeckt hatten, glaubt uns eh keiner…

Während ich uns noch mit Strom verkabele fängt es an, aber mal so richtig zu regnen. Der zuvor sehr harmlose Landregen verwandelt sich in richtig fette Tropfen, die auf unser Dach pladdern. Da meine Regen­jacke schon vom Wasser auffüllen gut durch­nässt ist, beschließen wir, uns den für heute geplanten Trip nach Siena bei diesem Mistwetter zu sparen und statt­dessen den ultima­tiven Chilltag einzu­legen.

Also schwingt sich Annette zur Küchen­chefin auf und zaubert erst einen Käsekuchen und dann noch eine Kartof­fel­suppe für uns, ich liege im Alkoven und lese und Sofie kümmert sich um Schule, theore­tische Füher­schein­prüfung und assis­tiert in der Küche.

Als am Abend der regen nachlässt, machen wir noch einen Spaziergang in das nette Örtchen und schmieden Pläne für die kommenden Tage. Bei einem Spiele­abend mit den köstlichen Zweifel-Chips aus der Schweiz klingt der Tag relaxed aus.

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