Siesta statt Siena

Jetzt hat uns das Schicksal doch ereilt: Der Wetterbericht hat nicht gelogen und es ist tatsächlich der erste Tag, der uns nicht mit strahlendem Sonnenschein begrüßt, sondern wolkenverhangen ist. Es soll aber im Tagesverlauf dann auch richtig schütten. Wir schaffen es aber, trocken in den Tag zu starten und Dusche und Entsorgung noch zu erledigen, bevor der große Regen einsetzt.

Wir machen uns auf die Fahrt nach Sovicille, wo wir einen gut klingenden Campingplatz ausfindig gemacht haben, der die Bushaltestelle nach Siena quasi schon eingebaut hat. Es ist eine Fahrt durchs Hinterland und mir kommt der Gedanke, dass man hier wirklich am Arsch der Toskana ist, was den Betrieb angeht. Kein Auto hinter uns, kaum eines, was uns entgegen kommt. Aber selbst das ist noch ausgesprochen hübsch und die Straße erinnert mich mit ihren Mäuerchen rechts und links der schmalen Straße an Irland. Vielleicht ist es aber auch nur der einsetzende Regen…

Der Campingplatz ist nicht gerade ausgebucht, aber wenn man ein Kennzeichen sieht, ist es zu 80% ein deutsches. Und wie es der Zufall will, stehen wir wieder neben unseren Brötchennachbarn aus Sestri Levante, die wir zuvor schon in Lucca auf dem Anfiteatro wieder getroffen hatten. Die müssen echt denken, dass wir Stalker sind! Dass wir den Stellplatz schon ausgesucht hatten, bevor wir die bekannten Nachbarn überhaupt entdeckt hatten, glaubt uns eh keiner…

Während ich uns noch mit Strom verkabele fängt es an, aber mal so richtig zu regnen. Der zuvor sehr harmlose Landregen verwandelt sich in richtig fette Tropfen, die auf unser Dach pladdern. Da meine Regenjacke schon vom Wasser auffüllen gut durchnässt ist, beschließen wir, uns den für heute geplanten Trip nach Siena bei diesem Mistwetter zu sparen und stattdessen den ultimativen Chilltag einzulegen.

Also schwingt sich Annette zur Küchenchefin auf und zaubert erst einen Käsekuchen und dann noch eine Kartoffelsuppe für uns, ich liege im Alkoven und lese und Sofie kümmert sich um Schule, theoretische Füherscheinprüfung und assistiert in der Küche.

Als am Abend der regen nachlässt, machen wir noch einen Spaziergang in das nette Örtchen und schmieden Pläne für die kommenden Tage. Bei einem Spieleabend mit den köstlichen Zweifel-Chips aus der Schweiz klingt der Tag relaxed aus.

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